Erstes bundesweites Treffen in Kassel

Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mund-Krebs plant Ausbau

Am 14. Oktober 2017 trafen sich erstmals Selbsthilfegruppenleiter/-innen, Patienten und Angehörige des Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mund-Krebs in Kassel. Neben Vorträgen und Diskussionen zum weiteren Ausbau des Selbsthilfenetzwerkes, gab es auch die Möglichkeit zu einem intensiven Informationsaustausch.

 

treffe kassel 1 Der Vorsitzende Werner Kubitza aus Salzgitter konnte 33 Teilnehmer begrüßen. Aus ganz Deutschland waren Betroffene angereist und hörten zum Einstieg in die Tagung ein Referat der Oberärztin der HNO-Klinik Kassel, Dr. Sonja Weiß zum Thema: Therapieoptionen bei Kopf-Hals-Tumoren - aus Sicht des HNO-Arztes. Anschließend referierte der Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie(MKG), vom Uni-Klinikum Göttingen, Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake zur gleichen Themenstellung, allerdings aus Sicht des MKG-Arztes. Die Nachmittagsveranstaltung wurde mit einem Vortrag von Claudia Braunstein aus Salzburg zum Thema: „Geschmeidige Köstlichkeiten oder wie können Betroffene bei eingeschränkter Funktion der Nahrungsaufnahme genussvoll speisen“.
Anschließend wurden in einer Ideenwerkstatt, Vorschläge zum weiteren Ausbau des Selbsthilfenetzwerkes Kopf-Hals-Mund-Krebs entwickelt.

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treffe kassel 4Bereits jetzt gibt es Selbsthilfegruppen in Rostock, Berlin, Bremen,Hagen,Recklinghausen,Frankfurt, Koblenz, Heidelberg und Kaiserslautern. Geplant ist der Aufbau eine Selbsthilfegruppe in Karlsruhe. Auch der bundesweit ausgerichtete Verein für Gesichtsversehrte TULPE hat Betroffene organisiert und ist Mitglied im Selbsthilfenetzwerk. Diese bereits vorhandenen Aktivitäten sollen weiter vernetzt und in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften für HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie, Zahnheilkunde und Radiologie ausgebaut werden. Auch die 45 Kopf-Hals-Tumorzentren in Deutschland, sind aus Sicht des Netzwerkes, wichtige Ansprechpartner. Vorrangiges Ziel ist es, in den Kliniken Patienten zu gewinnen, die bereit sind, Gleichbetroffene bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. So soll zunächst ein Patienten - Stützpunkt entstehen und somit eine Anlaufstelle „vor Ort“ für Patienten und Angehörige angeboten werden. Daraus sollen dann Selbsthilfegruppen gebildet werden.

Werner Kubitza bedankte sich in seinem Schlusswort bei der Deutschen Krebshilfe. „ Nur mit deren finanziellen Unterstützung war es überhaupt möglich, dass es zu einem Bundestreffen von Krebserkrankten im Kopf-Hals-Mund-Bereich kam.“

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Zur Information:

Jährlich erkranken nach Angaben des Robert Koch Institutes mehr als 18.000 Menschen an Tumoren im Kopf-Halsbereich. Bei Männern rangiert diese Art der onkologischen Neuerkrankungen in seiner Häufigkeit bereits an fünfter Stelle. Hauptursache ist das Rauchen und missbräuchlicher Alkoholkonsum. In den letzten Jahren rückten auch Viren des Humanen Papillom (HPV) stärker als Krankheitsursache in den Fokus der Mediziner. Für die Patienten ergeben sich, oftmals als Folge der Erkrankung sowie der Therapie, besonders Probleme beim Sprechen und Schlucken. Ferner wird durch notwendige chirurgische Eingriffe, häufig auch das Erscheinungsbild im Kopf-Halsbereich und im Gesichtsfeld erheblich beeinträchtigt. Auch die Spätfolgen einer Strahlen- und Chemotherapie sind schwierig zu bewältigen. Für Angehörige stellen sich häufig besondere psychische Probleme hinsichtlich des Umgangs mit belastenden Emotionen im Rahmen der Begleitung des Erkrankten oder in der Pflegesituation.

Weitere Informationen unter:
Werner Kubitza, 0175-51103895 oder w.kubitza@t-online.de