Nachruf: Wir trauern um Ernst Breitsch

ernst breitschWir haben die traurige Nachricht erhalten, das am 6. Juni 1017 Ernst Breitsch, nach schwerer Krankheit verstorben ist. Ernst war wesentlicher Initiator für das Zustandekommen des Selbsthilfenetzwerkes Kopf-Hals-Mund-Krebs. Bereits 2010 in Heidelberg, bat mich Ernst, damals in meiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes der Kehlkopfoperierten, ein Netzwerk für Erkrankte im Mund - Rachenraum auf zu bauen. Ausgangspunkt für seine Bitte war die Erkenntnis, dass seine Vereinigung TULPE e.V., deren 2. Vorsitzender er war, nicht in der Lage, ein solche, flächendeckende Patienteninitiative zu entwickeln. Hinzu kam, dass die Zahl der bösartigen Neuerkrankungen im Rachen -und Mundbereich anstieg und es so gut wie keine Selbsthilfeinitiativen für dieses Krankheitsfeld gab. Da der Bundesverband der Kehlkopfoperierten,sich in seiner seit 2008 veränderten Namensgebung dahingehend geöffnet hatte, daß auch Krebserkrankungen im Rachenbereich in seinen Aufgabenbereich einbezogen wurden, konnten verbandsintern erste Grundlagen für ein Selbsthilfenetzwerk erstellt werden.

Ernst Breitsch arbeitete engagiert in einer Projektgruppe mit. Als mehrfach Betroffener - siehe sein Bericht unter Patienten berichten auf unserer Website/ Hilfe zur Selbsthilfe - brachte er jene Betroffenheitskompetenz ein, die für uns als Patienten und Angehörige, hinsichtlich der Krankheitbewältigung so wichtig ist. Hinzu kam seine Erfahrung als Selbsthilfegruppenleiter bei den Kehlkopflosen im Ortenaukreis - Kinzigtal und seine Leitungsfunktion bei TULPE e.V.

Ich selbst lernte Ernst bei einem Seminar nach der Jahrtausendwende, in Bensberg, kennen. Seine freundlich- fröhliche, gewinnende Art hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Dieser schlichtweg liebenswürdige Mensch den ich kennenlernen durfte, zeichnete sich durch eine besondere menschliche Qualität aus, nämlich andere Mitbetroffene Hoffnung und Lebensmut zu vermitteln. Er berichtete von seinen Akivitäten und insbesondere von seinen Reisen die mit seiner Frau Regine unternahm. Ein wichtiger Anstoß für einige von uns, es ihm nach zu tun.

Immer wieder hatten wir Kontakt; auch dann, wenn es gesundheitlich Probleme gab. Bis zuletzt begleitete er wohlwollend und mit großem Interesse den Aufbau des Selbsthilfenetzwerkes Kopf-Hals-Mund-Krebs. Aktiv konnte er sich - kranheitsbedingt- leider nicht mehr betätigen.

Unser Beileid gilt seiner Regine. Wir trauern mit ihr.