NRW-Landesverband möchte Vernetzung mit Tumorzentren verbessern

Ende Mai hat das Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-M.U.N.D.-Krebs e.V. den Landesverband Nordrhein-Westfahlen gegründet, mit Peter Schilling (Bonn) als Leitung und Klaus Nolting (Köln) als Stellvertreter. 

Vorrangiges Ziel ist es, in möglichst vielen Regionen mit dem Netzwerk präsent zu sein und Ratsuchenden mit Informationen und Erfahrungsberichten zu einer Krebserkrankung im Kopf-Hals-Mundbereich zur Seite zu stehen. Das Bundesland NRW ist bereits regional sehr aktiv mit Selbsthilfegruppen in Bonn, Düsseldorf, Hagen, Köln sowie Recklinghausen. Weitere Gruppen in Münster und Aachen sind in Planung. Die Beteiligten möchten besonders regionale Aktivitäten in  Zusammenarbeit mit spezialisierten Kliniken und Kopf-Hals-Tumorzentren sowie medizinischen Fachgesellschaften weiter ausbauen. 

Belastung durch Kopf-Hals-Mund-Krebs sind enorm

Krebs stellt nach wie vor eine der häufigsten, schweren und chronischen Erkrankungen dar. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) erkranken jährlich ca. 14.000 Menschen an Mund-, Rachen-, Kiefer und Gesichtskrebs (MRKG-Krebs). Bei Männern liegt diese Krebsform in der Häufigkeit der Krebsneuerkrankungen bereits an fünfter Stelle. Als Krankheitsursachen rücken in den Fokus der Medizin, neben Rauchen und Alkoholkonsum, in den letzten Jahren auch verstärkt Viren des Humanen Papillom (HPV) als Auslöser.

Für die Betroffenen resultieren als Folgen der Erkrankung und der Therapien teils erhebliche Schwierigkeiten beim Schlucken, Kauen und beim Sprechen. Durch chirurgische Eingriffe und weitere notwendige Therapien, ergeben sich oft deutliche Beeinträchtigungen im Kopf- und Halsbereich sowie Entstellungen im Gesicht.

Neben den physischen Aspekten der Erkrankung sind auch die psychologischen und sozialen Folgen außerordentlich belastend für die Betroffenen. Hierzu zählen Ausgrenzung, Diskriminierung und wirtschaftliche Konsequenzen, wenn durch die Erkrankung dem Beruf - teilweise oder ganz - nicht mehr nachgegangen werden kann. Es können auch Spätfolgen von Strahlen- und Chemotherapie eintreten. Für die Angehörigen stellen sich häufig große Herausforderung in der emotionalen Begleitung der Betroffenen und in der Pflege. Die Belastung geht oft über persönliche Grenzen hinweg.

Ein neuer Landesverband ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung der Betroffenen zu verbessern und die Hilfe für Patienten und deren Angehörige auszuweiten.  Der Bundesverband Kopf-Hals-M.U.N.D.-Krebs e.V. hofft, durch die  Unterstützung durch Krebsberatungsstellen und durch finanzielle Hilfen seitens der Gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung, das Ziel einer verbesserten Versorgung von Betroffenen weiter voran zu bringen. 

Weitere Informationen und Kontakt:

Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-M.U.N.D.-Krebs e.V. 
Gunthard Kissinger